Auf dem Dach der Schule

13.07.2018

Spät auf und früh auf – passt nicht zusammen, haben wir aber geschafft. Wie, weiß im Nachhinein vermutlich keiner und Fakt ist, dass wir nach diesem Erlebnis alle in ein kollektives Koma gefallen sind.

Im Leben eines Abiturienten gibt es einige Programmpunkte, die man definitiv nicht verpassen darf, und einer davon ist der Abistreich. Alle, und diesmal wirklich alle Prüfungen sind geschafft und es ist an der Zeit, der gesamten Schülerschaft mitzuteilen, dass die eigene Schulzeit endgültig abgelaufen ist, während sie alle auch nach den Sommerferien wieder die Schulbank drücken dürfen. Je nach Schule erfolgt diese Kundgabe anders. Wir vom GymGam haben dabei ein riesengroßes Privileg – zumindest aus Schülersicht. Direkt über der Aula, wo wir einst im Schweiße unseres Angesichts Hausaufgaben abgeschrieben, last-minute gelernt oder mit der Eigenwilligkeit des Essensautomaten gekämpft haben, befindet sich ein großes, moosbewachsenes Flachdach.

Jahr für Jahr feiern die Abiturienten des GymGams dort oben ihren Triumph, während alle anderen auf dem Schulhof sitzen und sich wünschen, an ihrer Stelle zu stehen. Deswegen ist für jeden Schüler unserer Schule schon ab der fünften Klasse klar, was das Ziel ist: das Dach! Dass wir so kurz vor diesem Ziel standen, realisierte irgendwie noch keiner, als wir uns am Dienstag nach den letzten Prüfungen auf dem Grillplatz trafen, der schon für so manches rauschende Stufenfest bekannt ist. Wir hatten uns nur eine Woche nicht gesehen – und hatten trotzdem unglaublich viel zu erzählen. Und äußerst feierlich verbrannten wir die Arbeits- und Übungsblätter, die sich seit Wochen und Monaten zuhause gestapelt hatten. In dieser Nacht genossen wir die allerletzten Stunden, in denen wir unter uns waren.

In nur zwei Jahren sind wir zu einer großen Gemeinschaft geworden, die noch nicht so wirklich wahrhaben will, dass es tatsächlich schon vorbei ist. Aber darüber dachte zum Glück keiner nach, als wir in den frühen Morgenstunden zur Schule liefen und Position auf dem Dach bezogen. Das Abi-Streich-Komitee veranstaltete Schüler-Lehrer-Spiele, die Eingangstüren waren mit Strohballen verbarrikadiert und die Stimmung war bestens. Auch, als die Schüler schließlich doch in den Unterricht mussten, hatten wir unseren Spaß dabei, Abwechslung in den Unterricht zu bringen und so manche Lehrer mit unserer geräuschvollen Anwesenheit aus dem Konzept zu bringen.

Fakt ist: der Abistreich ist logischerweise nur für diejenigen richtig gut, die mit diesem Tag der Schule ihren Rücken zukehren. Dieses Jahr waren das wir, und ich denke, dass ich für alle spreche, wenn ich sage, dass es sich gelohnt hat: das spät auf sein, und das früh auf sein.

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