Vom Lernen auf (und aus der) Geschichte

18.04.2019

„Die unendliche Geschichte“ war als Kind eines meiner Lieblingsbücher, oft zauberten mir die Erzählungen aus Phantásien vor dem Schlafengehen ein Lächeln ins Gesicht. Doch die Bedeutung dieses Titels ist für mich mittlerweile eine andere, denn die Vorbereitung auf mein viertes schriftliches Prüfungsfach lässt sich geradezu wunderbar als „unendliche Ge-schichte“ beschreiben.

Nachdem sich die letzten drei Artikel auf diesem Blog mit den Prüfungen in Deutsch, Mathe und Englisch befasst haben, geht es heute weiter mit der vierten Prüfungskomponente – in meinem Fall ist es Geschichte. Doch warum ist der Titel eines Buches von Michael Ende so bezeichnend für die Lernerei auf dieses Fach?

Eigentlich ist das ganz einfach zu erklären. Immer, wenn ich glaube, ich hätte mir einen groben Überblick über die Thematik verschafft, entdecke ich mehr Lernstoff, mehr Materialien, mehr Details. Sobald ich diese einigermaßen geordnet habe, geht das Ganze wieder von vorne los.

Das ist kein Wunder, denn obwohl der zu lernende Stoff schon eingeschränkter als in den Jahren zuvor ist, sind die Themen sehr komplex und umfangreich, da man sich sowohl mit politischen und wirtschaftlichen als auch mit gesellschaftlichen Bewegungen und Strukturen auseinandersetzt. Das macht den Versuch strukturiert zu Arbeiten zur neverending story.

Wir Minihistoriker müssen (gottseidank) nicht den kompletten Lehrplan auswendig können, sondern dürfen uns für ein Schwerpunktthema entscheiden. Vereinfacht gesagt können wir uns entweder mit der Weimarer Republik und der Diktatur des Nationalsozialismus oder mit der Besatzungszeit Deutschlands im Rahmen des Ost-West-Konflikts und mit dem daraus entstandenen geteilten Deutschland befassen. Ich persönlich konnte mich lange nicht entscheiden, ob mich die gescheiterte Demokratie ab 1918 oder die gescheiterte Scheindemokratie ab 1949 mehr interessiert - schlussendlich habe ich letzteres gewählt und lerne tatsächlich recht gerne auf die Geschichteprüfung. Doch was erwartet man, wenn man weiß, dass dies das einzige Fach ist, in dem ich freiwillig Abitur schreibe? Niemals hätte ich mich eigenständig dazu entschieden, eine Prüfung in Mathematik abzulegen. Das spiegelt sich auch in meiner Vorbereitung wider. Immer, wenn ich mich überhaupt mal zum Lernen gezwungen bekomme, widme ich mich Geschichte - Mathe, Deutsch und Englisch bleiben demnach auf der Strecke. Sich mit Geschichte zu befassen ist – salopp gesagt – schlichtweg einfacher als hunderte Aufgaben zu rechnen. Dokus helfen, sich einen groben Überblick zu verschaffen und durch das Ausfragen der Großeltern macht man diesen sogar noch eine Freude. Mit einem wesentlichen Grundinteresse an Geschichte machen diese Tätigkeiten sogar richtig Spaß, denn vieles lässt sich auf die heutige Zeit übertragen, weshalb wir eigentlich aus der Vergangenheit lernen sollten. Doch – wie am Anfang schon erwähnt – ist der Lernstoff so umfangreich, dass es schwer ist eine Struktur zu finden. Wichtig ist, dass man dennoch nicht aufgibt. Dabei hilft mir das Gefühl, dass mir das angeeignete geschichtliche Wissen im Hinblick auf meine Allgemeinbildung enorm viel bringt. Ich freue mich riesig, wenn ich durch Gelerntes Referenzen verstehe und in Gesprächen mit meinem geschichtlichen Wissen punkten kann.

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