Tafel Pfullendorf - Andreas Kees im Interview

16.12.2020
Tafel Pfullendorf - Andreas Kees im Interview

Andreas Kees ist Vorstand des DRK Pfullendorf und hauptveratwortlich für den hiesigen Tafelladen. Nach über zehn Jahren übernahm er das Amt von Heinz Bosch, der für seine ehrenamtliche Arbeit 2009 den Pfullendorfer Engel verliehen bekam.

Die Tafel in Pfullendorf wurde im Jahr 2008 errichtet, von Beginn an dabei war Heinz Bosch. Zwölf Jahre später befindet sich Bosch im Ruhestand, doch weiß er nach wie vor den stetig steigenden Bedarf einer solchen Einrichtung zu würdigen. Nicht nur ältere Mitmenschen sind zunehmend mit einer Altersarmut konfrontiert, auch Junge Menschen und insbesondere Familien mit Kindern benötigen Unterstützung im täglichen Dasein. "Vielen älteren Menschen fehlt die Grundsicherung", moniert Bosch, "doch aus Scham trauen sich viele davon nicht aufs Rathaus, um sich einen Berechtigungsschein für die Tafel zu besorgen." Diese Probleme geht nun Nachfolger Andreas Kees an, der sich mit blubbr.de zu einem Interview traf.

blubbr.de: Was ist ein Tafelladen eigentlich genau?

Andreas Kees: Der DRK- Ortsverein Pfullendorf als Plattform für die Pfullendorfer Tafel, ist mit ihrer Einrichtung Mitglied der Bundesvereinigung Tafel Deutschland e.V. „Die Tafeln“.

blubbr.de: Wie sieht die Arbeit darin aus?

Kees: Unter dem Leitspruch „Essen, wo es hingehört“ startete die Ideologie, überschüssige Lebensmittel einzusammeln und bedürftigen Mitmenschen zukommen zu lassen. Angesprochen sind hier insbesondere Lebensmittelhersteller und deren Vertrieb. Lebensmittelhändler, Discounter und Marktfilialisten, welche der öffentlichen Kontrolle unterliegen. Angedacht ist hier die direkte Spende überschüssiger Ware. Regelmäßig kann der Bürger auch in ausgewiesenen Aktionen Lebensmittel erwerben und direkt spenden.

blubbr.de: Wer darf die Dienste des Tafelladens in Anspruch nehmen?

Kees: Nutznießer sollen sozial schwächere Bürger sein. Diese Bürger besitzen Berechtigungs-scheine der jeweiligen Behörden. Für die Organisation und Abwicklung wurden bundesweit Tafelläden eingerichtet. Gegen einen kleinen Obolus werden hier dann diese gesammelten Waren verkauft.

blubbr.de: Woher kommen die überschüssigen Lebensmittel?

Kees: Nahezu täglich werden von den ehrenamtlichen Fahrern Waren bei den Pfullendorfer Lebensmittelfilialen abgeholt. An dieser Stelle gilt es den gebenden Betrieben aufrichtigen Dank im Namen der Stadt Pfullendorf und deren Bürgern auszusprechen.

blubbr.de: Beschreiben Sie doch mal den Prozess von der Abholung der überschüssigen Lebensmittel bis hin zur Ausgabe an die Bedürftigen?

Kees: Nun gilt es, speziell frische Ware wie Obst und Gemüse aufzubereiten, einzuräumen und zu etikettieren.  Selbstverständlich wird auch diese Arbeit, welche sich teils mühselig gestaltet, komplett ehrenamtlich durchgeführt. Zweimal in der Woche findet dann nachmittags der Verkauf, nach einer eingeführten, gleichmäßig abwechselnden Einlassregelung statt.

blubbr.de: Frewillige werden imer weniger, warum?

Kees: Die Mitarbeiter der Pfullendorfer Tafel sind im wesentlichen Bürger, welche sich nach Ihrem Berufsleben, sozialen Aufgaben widmen.  Aber auch jüngere Menschen, welche beispielsweise Kinder im Schulalter haben, bringen sich entsprechend vormittags aktiv ein. Trotzdem wird das steigende Freizeitangebot und deren Vielfalt zum Gegenpol für derartige Einrichtungen.

blubbr.de: Was können Sie Menschen ans Herz legen, warum sich die ehrenamtliche Tätigkeit lohnt?

Kees: Mitmenschen, welche sich als Fahrer und Helfer in ihrer Freizeit einbringen wollen, sind immer herzlich Willkommen. Dies gilt selbstverständlich auch für die allgemein organisatorisch anfallende Arbeiten.

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