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Drei neue Premium-Spazierwanderwege in Illmensee: Entdecke Kantenlauf, Der Höchste und Uferrunde und erfahre mehr über die Gletscherspuren.
Sonnenschein, beste Aussicht und drei neue Wanderwege, die darauf warten, entdeckt zu werden. Viel besser hätte das Wetter zur Eröffnung der neuen Gletscherspuren in Illmensee kaum passen können. Am Sonntag wurden mit dem „Kantenlauf“, „Der Höchste“ und der „Uferrunde“ drei neue, vom Deutschen Wanderinstitut zertifizierte Premium-Spazierwanderwege eröffnet.
Rund um den Höchsten drehte sich an diesem Tag alles ums Wandern, die Natur und eine Landschaft, deren Geschichte viel weiter zurückreicht, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Wer hier durch Wälder und über Wiesen läuft oder auf den Illmensee blickt, ist mitten in einer Landschaft unterwegs, die von der Eiszeit geprägt wurde. Genau diese Geschichte machen die neuen Gletscherspuren sichtbar und erlebbar.
🌿 Ein Eröffnungstag mitten in der Natur
Beim Info-Pavillon am Berggasthof Höchsten konnten sich Besucherinnen und Besucher über die neuen Wege informieren und passendes Informationsmaterial mitnehmen. Wer noch etwas tiefer in die Natur eintauchen wollte, konnte an einer der beiden Kräutergartenführungen teilnehmen. Hans-Peter Kleemann vom Höchsten Natur Erlebnis Hotel führte persönlich durch den hauseigenen Kräuter-, Duft- und Heilpflanzengarten. Auf rund 400 Quadratmetern wachsen dort über 100 verschiedene Kräuter. Küchenkräuter, Heilkräuter und Duftkräuter haben jeweils ihren eigenen Bereich. Viele davon finden auch in der Küche des Hotels Verwendung. Während der rund 30-minütigen Führungen erfuhren die Teilnehmenden mehr über die verschiedenen Pflanzen, ihre Herkunft und ihre Verwendung.
🥾 Mit dem Förster auf dem Kantenlauf
Am Nachmittag ging es direkt auf einen der neuen Wege. Förster Ludwig Kösel nahm die Teilnehmenden mit auf einen rund zweistündigen Waldspaziergang über den Kantenlauf. Dabei ging es um Waldgeschichte, Geologie und die Spuren der letzten Eiszeit. Entlang des Weges lassen sich bis heute besondere Zeugnisse dieser Zeit entdecken, darunter sogenannte Toteislöcher. Im Mittelpunkt stand nicht nur das Wissen über die Landschaft, sondern auch das gemeinsame Entdecken und der Austausch unterwegs. Wer weiß, worauf er achten muss, sieht die Landschaft rund um Illmensee danach vielleicht mit etwas anderen Augen.
🗺️ Drei Wege und jeder hat seinen eigenen Charakter
Jeder der drei neuen Premium-Spazierwanderwege zeigt eine andere Seite von Illmensee.
Der Kantenlauf ist rund 6,8 Kilometer lang. Für die Rundtour sollte man knapp zwei Stunden einplanen. Sie führt auf abwechslungsreichen Pfaden entlang der Hangkante des Deggenhausertals. Dichte Wälder wechseln sich mit offenen Wiesen ab. Dazu kommen schöne Ausblicke und geologische Spuren der Eiszeit.
Wer möglichst weit schauen möchte, ist auf Der Höchste richtig. Die rund 6,2 Kilometer lange Tour dauert ungefähr eine Stunde und 45 Minuten. Der Weg führt auf den Höchsten, mit 833 Metern die höchste Erhebung Oberschwabens. Bei klarer Sicht reicht der Blick über den Bodensee bis zu den Schweizer und österreichischen Alpen. 🏔️ Auch hier hat die Eiszeit deutliche Spuren hinterlassen. Rund um den Höchsten haben die Gletscher charakteristische Moränenzüge geformt. Eine markante Endmoräne liegt direkt an der Strecke.
Wer nach gut sechs Kilometern noch nicht genug hat, kann Der Höchste mit dem Kantenlauf verbinden. Daraus wird eine längere Wanderung von rund zwölf Kilometern.
Etwas gemütlicher geht es auf der Uferrunde zu. Sie ist rund 4,6 Kilometer lang und führt in etwa eineinhalb Stunden einmal um den Illmensee. Naturpfade, Feldwege, schattige Waldstücke und offene Wiesen wechseln sich ab. Der See bleibt dabei immer wieder im Blick. Kunstinstallationen entlang des Ufers sorgen zusätzlich für Abwechslung. Der Illmensee selbst gehört zu der eiszeitlich geprägten Landschaft, deren Geschichte die Gletscherspuren erzählen. So wird unterwegs schnell deutlich, wie stark die Gletscher die Region geformt haben.
Einfach nur drei neue Wanderwege auszuschildern, war nicht das Ziel des Projekts. Die Rundwege verbinden Naturerlebnis mit der Geschichte der Landschaft. Rastmöglichkeiten und eine durchgängige Wegweisung gehören ebenso zum Konzept. Dabei braucht es keine trockene Geschichtsstunde. Mal ist es ein See, mal eine Moräne, mal eine besondere Geländeform, an der sich erkennen lässt, welche Kräfte hier vor langer Zeit gewirkt haben. Die unterschiedlichen Streckenlängen machen die Gletscherspuren außerdem für ganz verschiedene Touren interessant. Eine entspannte Runde um den See ist genauso möglich wie eine längere Wanderung über den Höchsten und den Kantenlauf.
📍 Illmensee ist nur ein Teil der Gletscherspuren
Hinter den drei neuen Wegen steckt ein deutlich größeres Projekt. Insgesamt gehören acht Premium-Wander- und Premium-Spazierwanderwege in der Region Oberschwaben-Allgäu zu den Gletscherspuren. Sie verteilen sich auf Illmensee, Horgenzell, Aulendorf, Bad Waldsee und Mengen-Ennetach in den Landkreisen Sigmaringen und Ravensburg. Neben der Uferrunde, dem Kantenlauf und „Der Höchste“ gehören das Tobel-Erlebnis, der Niedermoorpfad, der Eiszeitweg sowie die Römer Tour Ennetach und die Fronholzweible Tour Ennetach dazu. Zusammen kommen die acht Strecken auf rund 70 Kilometer. Moore, Tobel, Wälder, Seen und Moränenlandschaften machen jeden Weg ein bisschen anders. Der gemeinsame Nenner steckt schon im Namen. Die Gletscherspuren zeigen, wie stark die Eiszeiten Oberschwaben geprägt haben und wie viel davon bis heute direkt vor unserer Haustür zu entdecken ist.
Die Idee für das Projekt reicht mehrere Jahre zurück. Auf Initiative des Landkreises Ravensburg wurde 2022 eine Machbarkeitsstudie erstellt. In den folgenden Jahren folgten die weitere Planung und schließlich die Umsetzung. Finanziert wird das Projekt durch kommunale Eigenmittel und eine LEADER-Förderung von 60 Prozent. Mit gleich drei der insgesamt acht Gletscherspuren hat Illmensee jetzt einiges zu bieten für alle, die die Region gerne zu Fuß entdecken.
Hier geht’s zu den detaillierten Infos zu den drei Gletscherspuren:
🏔️ Der Höchste
🎥 Was sagen diejenigen, die das Projekt begleitet haben?
Zum Abschluss wollten wir noch wissen, was die neuen Gletscherspuren für Illmensee und die Ferienregion bedeuten. Bürgermeister Michael Reichle und Ulrike Schwichtenberg, Geschäftsführerin der Ferienregion Nördlicher Bodensee, haben sich bei der Eröffnung Zeit für blubbr genommen und ein paar persönliche Worte zum Projekt mit uns geteilt. Was hinter den neuen Wegen steckt und was die beiden mit dem Projekt verbinden, erzählen sie euch am besten selbst. Wir haben die Kamera laufen lassen.
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