Mittelalter live: Campus Galli

18.04.2018

Eine nachgebaute mittelalterliche Stadt mitten im Landkreis Sigmaringen? Das soll es geben? Aber hallo! Wenn jedoch der Begriff Mittelalter im Bezug auf den Landkreis fällt, dann kann natürlich nur die Klosterstadt Campus Galli in der Nähe von Meßkirch gemeint sein.

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Und die ist nicht nur regional, sondern auch überregional bekannt. Daran haben vor allem die Medien einen entscheidenden Anteil, denn immer mal wieder sind Berichte im Fernsehen über die Fortschritte des Baus der Klosterstadt zu sehen. Manchmal auch über gescheiterte Projekte, aber das gehört wahrscheinlich bei so einem Unterfangen einfach mit dazu. Und obwohl ich die Tochter von zwei Geschichtslehrern bin und auch in der Schule schon häufiger von Campus Galli gehört habe, habe ich mit meinem Besuch im Sommer meine ganz persönliche Premiere gefeiert. Eine lustige Premiere, denn genau an diesem Tag fanden mal wieder Dreharbeiten über Campus Galli statt. So waren alle Beteiligten ein bisschen angespannt, haben sich aber trotzdem alle Mühen gegeben, um die Besucher mit Informationen zu versorgen.

Da ich an diesem Tag keine wirkliche Lust hatte, an einer Führung über das Gelände teilzunehmen, habe ich beschlossen, auf eigene Faust loszulaufen. Auch das ist möglich. Und wenn etwas möglich ist, dann kann man das auch nutzen.

Nachdem ich das Gelände betreten hatte, beschlich mich ein Gefühl, als sei die Zeit stehen geblieben. Nicht nur, weil die Arbeiter in der typischen mittelalterlichen Kluft herum liefen und nur originaltreue Werkzeugnachbauten verwendet wurden, man hat als Besucher insgesamt das Gefühl, dass die Zeit, die man dort verbringt, langsamer vergeht. Am einfachsten ist es, wenn man sich an die ausgeschilderten Wege hält.

Zwar kann man sich auf dem Gelände nun wirklich nicht verlaufen, aber so hat man die Garantie, dass man nichts übersieht und an jeder Station vorbeikommt, die Campus Galli zu diesem einzigartigem Projekt machen.

Neben dem Korbmacher, dem Drechsler, dem Schmied, dem Steinmetz und der Färberei gibt es noch viele weitere Bauten und Einrichtungen, die nur darauf warten, von den Besuchern erkundet zu werden.

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Vielleicht fragt ihr euch, wie man auf solch eine Idee kommt, eine ganze Stadt nachzubauen? Ganz neu ist diese Überlegung nicht, denn seit dem Jahr 1997 wird im französischen Burgund die Burg Guédelon nachgebaut, die 2023 fertiggestellt werden soll. An diesem Projekt orientierte sich der Aachener Bert M. Geurten, der nach einer Dokumentation über die Burg ebenfalls ein Projekt in Deutschland auf die Beine stellen wollte. Seit knapp vier Jahren wird an dieser Anlage nun schon gebaut und im Jahr 2016 kam man mit dem Bau der Holzkirche einen großen Schritt weiter. Der Klosterplan, der im Jahr 830 n.Chr. auf der Insel Reichenau gezeichnet wurde, sieht vor, dass 52 Gebäude errichtet werden „müssen“. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Wenn man allerdings bedenkt, dass die ehrenamtlichen Handwerker alles nur mit Hilfe des angelesenen Wissens und in akribischer Handarbeit herstellen, dann ist jede fertiggestellte Baustelle ein großer Erfolg.

Ich bin mir sicher, dass man auch in den kommenden Jahren noch einiges in den Medien von Campus Galli hören wird. Wer nun aber glaubt, dass Mittelalter und damit Campus Galli nur etwas für Nerds ist, der täuscht sich. Auf spielerische und anschauliche Weise wird den Kindern und auch den Erwachsenen das Thema Mittelalter nahe gebracht. Und wem das noch nicht reicht, der kann sich als ehrenamtlicher Helfer einteilen lassen und die Baustelle mit den eigenen Händen tatkräftig unterstützen.

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